
Musikalische Leitung
Carlo Benedetto Cimento
Der italienische Dirigent Carlo Benedetto Cimento ist seit der Saison 2023/24 Erster Kapellmeister und Stellvertreter des Musikdirektors am Salzburger Landestheater, wo er unter anderem Il barbiere di Siviglia, Lucio Silla, Dornröschen, Il viaggio a Reims, Der Freischütz, Don Giovanni, Der fliegende Holländer, Giulio Cesare und Hänsel und Gretel dirigierte. Sein Einfluss auf den Klang des Mozarteumorchesters Salzburg, auf die ganzheitliche Konzeption des Bühnengeschehens sowie seine Anleitung des Sängerensembles wurden von Publikum und Presse gleichermaßen bemerkt wie enthusiastisch gelobt. In der Saison 2026/27 erwarten ihn L’italiana in Algeri, Tosca im Großen Festspielhaus und L’amore artigiano bei den SWR Festspielen.
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Die Saison 2025/26 brachte für Cimento wunderbare Möglichkeiten. Er gab sein Debüt bei den Salzburger Festspielen als Dirigent des YSP-Abschlusskonzerts und war Gast bei den Richard-Strauss-Tagen, bei den Gustav Mahler Musikwochen, an der Neuen Wiener Staatsoper (NEST) und in Italien beim Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino und beim Orchestra di Padova e del Veneto. Ein Höhepunkt war die österreichische Erstaufführung von Salieris Il mondo alla rovescia, einer Rarität, die Cimento selbst in den Archiven des Teatro in Legnago entdeckt hatte und die eine starke internationale Resonanz gefunden hat. Schließlich wurde er zum „Conductor in Residence“ des KALA Chamber Orchestra ernannt.
Cimento ist auch im symphonischen Repertoire zuhause. So trat er unter anderem im Wiener Musikverein, im Wiener Konzerthaus, in der Felsenreitschule in Salzburg, im Teatro Verdi in Triest und im Konzertsaal der Musikuniversität Peking auf. Er dirigierte Orchester wie die Cappella Aquileia, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, die Norddeutsche Philharmonie, das Kammerorchester der Staatsoper Prag und die Münchner Symphoniker.
Besonders wertvoll sind seine Erfahrungen im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis, u. a. als Assistent von Martin Haselböck an der Wiener Akademie (Liszt Festival Raiding, Brucknerhaus Linz), von Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und ‑Ensemble (Cavalleria rusticana in Baden-Baden) und von Christoph Meier beim Festival „Teatro Barocco“ in Wien, wo er vom Hammerklavier aus die Uraufführung von Bendas Philon und Theone, Glucks La corona und Haydns L’isola disabitata dirigierte. Diese Produktion wurde für den „Österreichischen Musiktheaterpreis 2019“ nominiert.
Da er eine große Leidenschaft für die Arbeit im engen Kontakt mit Sängern hat, war er als italienischer Coach der Gesangsklassen an der HfM Würzburg tätig und nimmt regelmäßig als Juror an Gesangswettbewerben wie „Vincerò“ und dem „Belvedere Singing Competition“ teil. Von 2021 bis 2023 war er Solorepetitor und Kapellmeister am Mainfranken Theater Würzburg und 2020 Repetitor am Theater Kiel.
Durch seine frühe Karriere als Organist und Komponist etabliert sich Cimento heute als Dirigent mit einem frischen Ansatz an die Partitur, aber auch einem ausgeprägten Gespür für die historische Praxis. Er besuchte die Improvisationsklasse von Loïc Mallié, dem Schüler von Olivier Messiaen, am CNSMD in Lyon, schloss sein Orgeldiplom bei Pier Damiano Peretti und sein Dirigierdiplom bei Johannes Wildner an der mdw in Wien ab, beide mit Auszeichnung. Außerdem erwarb er einen Masterabschluss an der HMT in München bei Marcus Bosch und Georg Fritzsch und besuchte Meisterkurse bei renommierten Dirigenten wie Christian Thielemann (Bayreuther Festspiele), Daniele Gatti (Accademia Musicale Chigiana), Andrés Orozco-Estrada, Yu Feng, Karel Mark Chichon, Donato Renzetti, Michalis Economou und Nicolás Pasquet.
Er ist Gewinner der „Ö1 Talentebörse“, eines Preises, der die talentiertesten Kunststudenten Österreichs auszeichnet, des „9. Max-Liebhaber-Nachwuchspreises 2019“ der Opernfestspiele Heidenheim und des „Leopold Hager Dirigenten-Fonds 2025“.
Foto: Jeljko Zaplatic


